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Homophobie

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Ablehnung & Feindseligkeit gegenüber Homosexuellen

Bis heute existiert Homophobie in Teilen der Gesellschaft.

Das Wort „Phobie“ bezeichnet eine irrationale Angst. Sie äußert sich in Vorurteilen, Abwertung, Befürwortung von Diskriminierung oder in Form von Gewalt. Die Psychologie geht davon aus, dass homophobe Persönlichkeitsmerkmale häufig von einer latent unterdrückten homoerotischen Neigung ausgelöst werden. 

Die Soziologie stellt Homophobie in eine Reihe mit Rassismus, Sexismus oder Behindertenfeindlichkeit. Die Ursache dieser gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit beruht auf einer Ideologie der gesellschaftlichen Ungleichwertigkeit.

Diese Meinungen und Haltungen haben oft eine lange Geschichte. Bei Schwulen und Lesben z. B. die strafrechtliche Verfolgung und soziale Ächtung während und nach der NS-Zeit. Auch Sexual- und Geschlechtsrollennormen und religiöse Vorstellungen prägen die Einstellungen zur Homosexualität.
Wenn auch bisher in rechtlicher Hinsicht viele Anstrengungen zur Gleichstellung unternommen wurden, so ist in vielen Köpfen der Gesellschaft noch lange keine Akzeptanz entstanden.

In rund 70 Ländern der Welt ist Homosexualität – männliche und weibliche – bis heute verboten, in einigen Ländern steht darauf die Todesstrafe. 

2014 hat das Mannheimer Theater Oliv beim „Grillfest am anderen Ufer“ Karten verteilt, die den Festbesucher*innen die Möglichkeit gaben, persönliche Erlebnisse zum Thema Homophobie spontan zu notieren. Die gesammelten Aussagen sind wertvolle Informationsquellen, denn sie vermitteln hautnah individuelle Erfahrungen.

Die rund 50 erhaltenen Karten haben zur Gestaltung des Theaterstücks „Homo Phober“ beigetragen und werden hier in Auswahl präsentiert.

Homo Phober – theatrale Vision von Boris Ben Siegel
Ein einflussreicher Staatsanwalt ist Kopf einer Verschwörung, die auf perfide Weise Schwule und Lesben hinter Gitter bringt. Ohne gesetzliche Grundlagen. Plötzlich muss er miterleben, wie sich die von ihm gegründete Organisation auf sein eigenes Kind stürzt. Der Titel des Stücks spielt an auf den Roman „Homo Faber“ von Max Frisch, der ebenfalls eine tragische Vater-Tochter-Beziehung behandelt. (Vorstellungen im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung)

Autor*in

Wolfgang Knapp M. A., freier Kulturwissenschaftler und Kunsthistoriker. Zunächst tätig als Museumswissenschaftler sowie im Kunst- und Auktionshandel. Seit 2004 freiberufliche Tätigkeit als Kurator und Autor in den Bereichen: Regionalgeschichte, Alltagskultur, Körperbilder, Modegeschichte.

www.kulturgut-service.de