„Schmetterlinge im Bauch“

eine Audiostation in der Ausstellung

Eine Herausforderung bei der Pr├Ąsentation und Vermittlung der Ausstellungsthemen war, dass weibliche Homosexualit├Ąt allzu oft eher im Verborgenen stattfand. Die Gr├╝nde daf├╝r sind vielf├Ąltig und wurden von Seiten des Ausstellungsteams beachtet und beleuchtet. Daneben war wichtig, mit der Ausstellung auch an verschiedenen Stellen den Bogen zur Gegenwart zu schlagen. Nachdem wir vom regionalen Kurzfilmfestival GIRLS GO MOVIE mit einer Filmrolle unterst├╝tzt wurden, die eine Auswahl Filme aus allen Festivaljahren beinhaltete, die sich mit dem Thema Homosexualit├Ąt auseinandersetzen, konnte die junge, weibliche Perspektive noch durch eine H├Ârkabine erg├Ąnzt werden: So entstand "Schmetterlinge im Bauch, eine Audiostation zum Verliebtsein".

Die Theaterp├Ądagogin Katja Segelbacher, damals aktiv beim Bereich Jugendf├Ârderung und Erziehungsberatung der Stadt Ludwigshafen, kam mit dieser Idee auf uns zu und begleitete die Entstehung der Station p├Ądagogisch gemeinsam mit ihren st├Ądtischen Kolleginnen Andrea Busch, Stephanie Domboer und Anja R├Âckel. Konzipiert und organisiert wurde die Station indes von den teilnehmenden M├Ądchen und jungen Frauen des "Arbeitskreis M├Ądchen der st├Ądtischen und freien Tr├Ąger der offenen Jugendarbeit Ludwigshafen".

Die H├Âr-Sprech-Kabine war einem altmodischen Passbildautomaten nachempfunden und durch einen Vorhang zu betreten. Im Inneren der Kabine gab es einen Stuhl, eine Bedienungsanleitung und einen Kopfh├Ârer, ├╝ber den die Besucherin oder der Besucher durch die Jugendlichen quasi Erfahrungen und Vorschl├Ąge anh├Âren konnte, wie es sich eben anf├╝hlen kann, verliebt zu sein. Hinzu kam ein Plakat mit einer Auswahl Satzanf├Ąnge zum Gef├╝hlsspektrum des Verliebtseins f├╝r diejenigen, die sich auch selbst mitteilen wollten. Das hierf├╝r installierte Aufnahmeger├Ąt wurde denn auch w├Ąhrend des gesamten Ausstellungszeitraums genutzt. Von zarten, intimen Formulierungen bis ironischen Kommentaren war alles vertreten, ebenso wurde Verliebtsein mit allem zwischen Trauer und Trunkenheit vor Gl├╝ck konnotiert ... und dies vollkommen unabh├Ąngig von der jeweiligen geschlechtlichen Identit├Ąt oder der sexuellen Orientierung. Das Ergebnis, wenn diese beliebte Audiostation ├╝berhaupt ein "Ziel" verfolgte, war, dass Verliebtsein ein universelles Gef├╝hl ist, das beinahe jedem und jeder, die etwas in das Mikrophon gesprochen hat, im Leben vertraut ist. Wie sch├Ân!